Konstruktionsprinzip

Leichtes, Lasten tragendes und querversteiftes Holzfachwerk, das besonders für eine diffusionsoffene Bauweise geeignet ist. Mehrere Ebenen werden durch Verschrauben der Holzlatten in senkrechter und diagonaler Richtung erzeugt. Prinzip: Die Abstände der Hölzer bestimmen die Festigkeit und Dicke der Konstruktion. Ein umlaufender verschraubter Rahmen verbindet die Steher und erzeugt eine Flächenbegrenzung.

Wandaufbau HarKun

Wandaufbau HarKun



Übliche Wandelemente / Standards der bislang gebräuchlichen Technik

Der Holzrahmen- oder Holzständerbau ist zur Zeit eine gebräuchliche Baukonstruktion im Bereich Einfamilienhäuser, kleiner Gebäude und An- und Aufbauten an bestehenden Bau­werken. Dabei werden Vertikale Steher oder Stützen und zwei horizontale Balkenlagen aus Holz in Stärke der Dämmschicht (180 bis 300mm) mittels Metallverbindern verbunden. Die Steher sind zu einem Raster befestigt, das die effektive Beplankung der Hölzer zu einer Wand­fläche ermöglicht. Um Kältebrücken zu reduzieren werden immer häufiger Doppel-T-Träger verwendet. Wandelemente im heute üblichen Holzständerbau benötigen zur Aussteifung ge­wöhnlich Platten­werkstoffe wie OSB-, Sperrholz- oder Holzfaserplatten, die eine Diffusion hemmen, sowie Windrispenbänder aus Metall mit Spannvorrichtung oder eine Diagonal­verschalung. Metallbänder sind anfällig für Kondensat und bei häufigen Wanddurchbrechungen nicht geeignet. Bei Verwendung von Plattenmaterialien sind zudem Baufolien, Baupapiere und Klebebänder sowohl für die Winddichtigkeit als auch zum Ausgleich für das unterschiedliche Diffusionsgefälle der Wandkonstruktion notwendig, um Kondensat in der Dämmung zu verhindern. Trotzdem zeigt sich negativ, daß Luftfeuchte selbst bei synthetischen Dämmstoffen wie Styropor, Polyurethan, Mineralwolle, etc. in die Dämmschicht vordringt.

Die Folge:

  • wegen fehlender Kapillarität führt dieser Vorgang langfristig zur Durchfeuchtung der genannten Materialien.
  • Die verwendeten Folien und Dichtungsbahnen sind gewöhnlich aus Kunststoffen hergestellt, und regulieren die Feuchte durch Dampfdiffusion und nicht kapillar. Durch unterschiedliche Dampfbremsschichten wird die Kapillarität des Dämmstoffes unterbrochen. Wasser kann lediglich als Gas die Ebene passieren. Der Einbau von feuchten Materialien ist daher sehr, sehr bedenklich.
  • Die Winddichtigkeit der Folie bremst den Gasaustausch, sodass ein Luftwechsel durch die Wand kaum stattfindet. Die Dämmung ist zwar durch die Winddichtigkeit in ihrem Dämmwert geschützt, die wechselnde Luftbewegung, ein „Atmen“ zwischen Außen und Innen wird jedoch unterdrückt. Zugespitzt formuliert: der Hausbewohner sitzt nach dem Bezug seiner Wohnung in einer Art „Plastiktüte“.
  • Üblicherweise wird in diesem Zusammenhang innen eine Installationsebene zusätzlich montiert, um die empfindlichen Außenwandschichten nicht zu verletzen. Doch wie bei einem Kettenglied immer das schwächste Glied die maximale Tragkraft bestimmt, so bestimmt hier die diffusionsdichteste und jegliche Kapillarität unterbrechende Schicht die Dampf- und Feuchtetransportgeschwindigkeit.

    Durch diese Konstruktionsart wird der errechnete theoretische Dämmwert in der Praxis nicht erreicht, denn bei der Erfassung des tatsächlichen Gesamtenergieverbrauches schlägt der Lüftungsbedarf erfahrungsgemäß mit etwa 30% der Energiekosten zu Buche. Darum wird beim heute üblich gewordenen Bauen beinahe immer dem Bauherren der Einbau einer zusätzlichen – und damit kostensteigernden – kontrollierten und durch Sensoren geregelten Lüftung mit Wärmerückgewinnung empfohlen.